Carl Justi-Vereinigung zur Förderung der kunstwissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Spanien, Portugal und Iberoamerika

Liebe Mitglieder,

wir hoffen, dass Sie diese wirren Corona-Zeiten bislang bei guter Gesundheit durchleben. Unser aller Alltag hat sich sehr verändert. Von diesen Änderungen ist auch unsere Arbeit, die durch unser internationales Netzwerk lebt, tiefgreifend betroffen. Der wissenschaftliche Austausch findet gegenwärtig mehr oder weniger lediglich auf digitaler Ebene statt, mit ganz neuen Herausforderungen.
Für die Carl Justi-Vereinigung e. V. bedeutet dies ganz konkret, dass die für Ende November dieses Jahres geplante Tagung "Architektur, Infrastruktur, Landschaft. Konstruktion und Repräsentation des Territoriums in Lateinamerika", die Joaquín Medina Warmburg in Karlsruhe ausrichtet, aus organisatorischen Gründen auf Ende April 2021 verschoben wird. Zu unsicher ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Garantie, dass die Kollegen aus Lateinamerika, die ihre Teilnahme an der Tagung schon zugesagt haben, auch tatsächlich kommen können. Ebenso unsicher ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt das Projekt einer gemeinsam mit Claudia Hopkins (Universität Edinburgh) organisierten Tagung in Edinburgh. Auch dieses Vorhaben muss einstweilen verschoben werden. Ein Termin ist derzeit noch nicht absehbar. Und wir hoffen natürlich, dass die von Michael Scholz-Haensel projektierte Tagung über Park- und Gartenanlagen auf der Iberischen Halbinsel wie geplant in der zweiten Jahreshälfte 2021 wird stattfinden können.

Mit dem Ausfall der diesjährigen Jahrestagung ist auch der Ausfall einer analogen Mitgliederversammlung verbunden. Wir werden dies auf digitalem Weg tun. Sobald wir einen Termin festgelegt haben, werden wir Sie informieren.

Bleiben Sie gesund!
Mit allen guten Wünschen und besten Grüßen
Der Vorstand

Carl Justi-Stipendien zur Kunstgeschichte Spaniens in Hamburg und Dresden

Isabel Muxfeldt hat an der Universidad Complutense de Madrid, der Universidad de Sevilla und der Universität Hamburg studiert, an der sie ihr Studium in Kunstgeschichte mit dem Master of Arts abgeschlossen hat.
Dank der Förderung durch das CEEH widmet sich Isabel Muxfeldt in ihrer Dissertation den „Atmosphären der Freizeit“ im Werk des spanischen Malers Joaquín Sorolla (1863-1923). Dabei untersucht sie insbesondere Aspekte der Maltechnik und deren Bedeutung für die Rezeptionsästhetik. Freizeit, als eine dem Menschen frei zur Verfügung stehende Zeit, stellt ein Phänomen dar, das sich europaweit erst im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte. Auf der Suche nach Ausgleich und Entspannung avancierte die Natur zu einem Sehnsuchtsort freizeitlichen Erlebens. Dieses moderne Konzept von Freizeit spiegelt sich in zahlreichen Gemälden Sorollas wider, der schon zu Lebzeiten das Ansehen eines internationalen Publikums genoss. Bei diesen Freizeitdarstellungen handelt es sich um Szenen am Strand und am Meer sowie im Park und im Grünen. All diese Szenen zeichnen sich durch eine sehr sinnliche, die Faktur betonende Malweise aus. In Anlehnung an Gernot Böhmes Begriff der Atmosphäre (2001) soll untersucht werden, wie in den Gemälden Sorollas anhand der Maltechniken und der auffällig differenzierten Verwendung der Malmaterie atmosphärische Wirkungen generiert werden, die eine gefühlsbetonte Rezeptionserfahrung befördern.

Julia Kynast, die das erste Carl Justi-Stipendium Dresden erhält, studierte Kunstgeschichte an der Universität Leipzig (Masterarbeit betreut von Prof. Dr. Michael Scholz-Hänsel). Ihre wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit den Anfängen der Fotografie, der spanischen und deutschen Kunsthistoriographie sowie mit Fragen des interkulturellen Austauschs. Aufgabe und Ziel des von Prof. Dr. Henrik Karge an der Technischen Universität Dresden betreuten Dissertationsprojekts wird es sein, den Umgang mit dem neuen Medium Fotografie am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert in Spanien und Deutschland vergleichend herauszuarbeiten und insbesondere anhand der Kunst- und Denkmalfotografie zu untersuchen. Das Aufkommen des neuen Mediums gilt in beiden Ländern als wichtiger Impuls für die Entstehung der wissenschaftlichen Fachdisziplin Kunstgeschichte. In ihrer Entwicklung ermöglichte sie eine erste flächendeckende Erfassung des kulturellen Erbes sowie die Aufnahme verstreuter und bis dato wenig bekannter Bildwerke und Architekturdenkmäler in den kunsthistorischen Kanon.
Das Projekt basiert auf den Forschungen, die Kynast bereits für ihre Masterarbeit in Sevilla leistete. Dort befasste sie sich mit dem Einsatz der Fotografie im Kontext des deutsch–spanischen Kulturtransfers zu Beginn des 20. Jahrhunderts, den sie ausgehend von den spanischen Kunsthistorikern Francisco Murillo Herrera und Diego Angulo Iniguez sowie den Anfängen der SGI Fototeca-Laboratorio de Arte an der Universität Sevilla untersuchte.





Carl Justi-Vereinigung zur Förderung der kunstwissenschaftlichen Zusammenarbeit mit Spanien, Portugal und Iberoamerika / Asociación Carl Justi para el fomento de la cooperación entre Alemania, España, Portugal e Iberoamérica en el campo de la Historia del Arte / Associação Carl Justi para fomento da cooperação a nível da ciência da arte com Portugal, Espanha e América Latina / Carl Justi Association  for the Promotion of Art Historical Cooperation  with Spain, Portugal and Ibero-America